Nach dreißig Jahren

Wie war das damals, wie haben Menschen das Leben in der DDR empfunden? Manche weitgehend „normal“ – Familie und Freunde waren wichtig, eine Wohnung, ein Garten vielleicht, eine gute Ausbildung und eine sichere Arbeit. Normal, wenn man die Diktatur des Staates und seine wirtschaftlichen Probleme für sich ausblendete oder nur am Rande wahrnahm. Extrem, wenn man in Konflikt mit dem Staat geriet, ihn verlassen wollte oder musste, wenn man frei seine Meinung äußern wollte und gegen das Eingesperrtsein aufbegehrte.

So wie Jörg Sader, der als ganz junger Mann versuchte, über die Grenze zu fliehen und dabei gefasst wurde. Aus der Haft freigekauft, gelangte er schließlich nach Frankfurt am Main und studierte dort und in Paris Germanistik, Philosophie und Romanistik, war Dozent für Neuere deutsche Literatur und lebt heute in Berlin. Seine Erlebnisse um die Flucht herum, der Verrat durch Freunde, das Schreckliche der Haft hat er bis heute nicht vergessen können. Aber er konnte darüber schreiben. Im Erzählband „Alba, Liebste“ verarbeitet er viele dieser Eindrücke, ebenso leise und poetisch wie stark und nachhaltig bewegend.

Jörg Sader: Alba, Liebste
Erzählungen, ISBN 978-3-947857-01-2

Ganz anders erlebte der Autor und Theatermann Reinhard Kuhnert die DDR. Schauspieler, Dramaturg und Regisseur, studierte er auch am Literaturinstitut in Leipzig und konnte erste Erfolge feiern. Bis seine Texte den Zensoren zunehmend missfielen und schließlich nicht mehr gedruckt, seine Theaterstücke nicht mehr aufgeführt werden durften.
Über sein persönliches Erleben schreibt er in den beiden Romanen „Abgang ist allerwärts“ und „In fremder Nähe“.
Der Roman „In fremder Nähe“ ist seit September 2020 auch als Hörbuch im Michael John Verlag erhältlich.

Reinhard Kuhnert

REZENSIONEN (Auswahl)

„Abgang ist allerwärts“ (Birgit Rehaag im Blog feinerreinerbuchstoff am 03.02.2021)

„Abgang ist allerwärts“ (We read Indie, 02.10.2020)

„Abgang ist allerwärts“ (Kulturbowle, 28.11.2020)

„In fremder Nähe“ (Video, Kultur MD)

„In fremder Nähe“ (We read Indie, 19.11.2020)

Bild und Ton: LESUNGEN VON REINHARD KUHNERT

Abgang ist allerwärts (Lesung auf Soundcloud Mirabilis)

In fremder Nähe (Video, Michael John Verlag)

2 Gedanken zu „Nach dreißig Jahren

  1. Pingback: Sätze & SchätzeIn fremder Nähe: So nah und doch so anders, immer noch, nach 30 Jahren

  2. Pingback: In fremder Nähe: So nah und doch so anders, immer noch, nach 30 Jahren | Birgit Böllinger

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