Bücherleben

Ungewöhnliches lesen – Interview mit Barbara Miklaw

„Als Leser wünsche ich mir kluge Menschen, die gern auch mal etwas Ungewöhnliches lesen, sich zum Denken anregen lassen wollen, offen für das Besondere sind“
Barbara Miklaw im Interview mit Gesine von Prittwitz – Nachzulesen beim sehr empfehlenswerten Blog STEGLITZMIND (Link).

“Mein Kapital ist der Idealismus” – Mirabilis Verlag bei der Literaturwoche Ulm 2015
(Auszug aus einem Bericht von Jan Haag, Con=Libri)

“Mein Kapital ist der Idealismus”, lautet das eigenwillige Finanzierungsmodell mit dem Barbara Miklaw ihren Mirabilis-Verlag nebenberuflich betreibt. Charmanterweise ist dieser weder in Berlin oder Frankfurt am Main, ja nicht einmal in München, sondern im kleinen Klipphausen-Miltitz nahe Dresden beheimatet. 26. Juni. Abklingendes Azorenhoch. Die diesjährige Literaturwoche Ulm begann neben einer Kirche. Sie endete in einer Kirche. In der im Krieg schwer beschädigten und später zum vielseitigen “Haus der Begegnung” (HdB) umgestalteten ehemaligen Dreifaltigkeitskirche. Bei Mirabilis ist eine Novelle von Florian L. Arnold erschienen, der erneut rhetorisch gekonnt und gut informiert durch den Abend führte. Sie trägt den Titel “Ein ungeheuerlicher Satz” und ist ganz bestimmt die passende Lektüre für die Zeit nach den spannenden Abenden mit vielen schönen, interessanten Büchern, mutigen Verlegern und engagierten Buchhändlern.

Peter Handke mit Handkamera ist auf der Mirabilis-Veröffentlichung “Der Geruch der Filme. Peter Handke und das Kino” von Lothar Struck zu sehen. Das Foto hat Dieter Sander gemacht, Toningenieur, Kameramann, Fotograf, der u. a. für den WDR gearbeitet hat, viel in der Welt unterwegs war und in Paris Fritz Picard kennenlernte, der aus dem Südbadischen stammte und in Paris seit Anfang der 1950er Jahre das Antiquariat Calligrammes betrieb. Ein beliebter Treffpunkt von Literaten und anderen Intellektuellen in der französischen Hauptstadt. In seinem Buch “Fritz Picard. Ein Leben zwischen Hesse und Lenin” zeichnet Dieter Sander den Lebensweg dieses außergewöhnlichen Menschen nach. Es basiert auf Gesprächen, die der Autor mit Picard führte und aufzeichnete.

Die Lesung daraus stand im Mittelpunkt des letzten Abends der Literaturwoche Ulm 2015.
Geschildert wird Kultur- und insbesondere Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts quasi durch die Hintertür. Die vielen Begegnungen und Freundschaften Picards mit bedeutenden Künstlern und Literaten ergeben ein farbiges, anekdotenreiches Panorama. Else Lasker-Schüer und Annette Kolb, Erich Mühsam und Walter Mehring sind ebenso vertreten wie Max Liebermann, Erich Kästner und – eher am Rande – eben Hermann Hesse und Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin.
Die musikalischen Akzente am Blüthner-Flügel setzte Johanna Sander.

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